Breitschwelle: So breit, so gut!

Die Breitschwelle wird im Fern- und Regionalbereich eingesetzt. Das System eignet sich für alle Spurweiten sowie Neigezugtechnik, Personen- und Güterverkehr. Aufgrund ihres ansprechenden Designs und der leicht pflegbaren Oberfläche eignet sie sich auch gut für Bahnhofsgleise und urbane Anwendungen. Beton-Breitschwellen bringen eine deutliche Entlastung des Schotterbetts und des Unterbaus: Die größere Auflagefläche sorgt für eine homogene Druckverteilung. Dadurch werden die Erschütterungswerte gesenkt, Wartungsintervalle und Lebensdauer des Fahrwegs verlängern sich. Der Breitschwellenoberbau trägt zu einer Verbesserung des Fahrkomforts, der Umweltverträglichkeit und der Wirtschaftlichkeit des Bahnverkehrs bei.

Die Vorteile:

  • Einfache Verlegung mit herkömmlicher Gleisbautechnik
  • Qualität und Stabilität bleiben konstant, ständige Bettungsveränderungen werden vermieden
  • Bis zu 70 % höherer Querverschiebewiderstand und geringere Setzungen
  • Deutlich gesteigerte Verfügbarkeit der Gleisanlage
  • Hohe Sicherheit durch hohe Masse und kontinuierliche Auflage
  • Einfache Vegetationskontrolle und geringer Reinigungsaufwand durch geschlossene Gleisoberfläche, der Einsatz von Herbiziden ist überflüssig
  • Oberflächenwasser und andere Flüssigkeiten werden gezielt abgeleitet
  • Deutlich reduzierte Körperschallemission in den Untergrund aufgrund hoher Schwellenmasse

Erprobung und Erfahrung

Das Breitschwellengleis wurde bisher im Rahmen eines Testgleisabschnitts und eines Pilotprojektes auf ca. 12 km Gleislänge eingebaut. Für beide Projekte wurden umfangreiche Messprogramme festgelegt. Für den in 1996 eingebauten Erprobungsabschnitt auf der sehr stark belasteten Rheintalstrecke (Nähe Bahnhof Waghäusel, Mischverkehr, V≤160 km/h, Achslasten bis 22,5 t) wurde bisher eine Betriebslast von ca. 150 Mio. Lasttonnen erreicht. Die in regelmäßigen Abständen gemessene Gleislage hat sich nur wenig verändert, die vorhandene Instandhaltungsreserve beträgt mehr als 50 % gegenüber der Eingriffsschwelle.

Im Pilotprojekt des Streckenabschnitts Homburg (Saar)-Bexbach wurde im Rahmen einer zweigleisigen Erneuerung ein weiteres Pilotprojekt realisiert. Hier wurde dem Breitschwellengleis (Pilotgleis) ein Referenzgleis in Standardausführung gegenübergestellt. Dabei wurde teilweise auch die Planums-Schutzschicht erneuert. Aus dieser Konstellation konnten interessante Ergebnisse zum Setzungsverhalten der Oberbauvarianten gewonnen werden. Es zeigen sich gravierende Vorteile für das Breitschwellengleis, auch ohne Erneuerung des Unterbaus.

Die Langzeituntersuchungen haben deutlich ergeben, dass die Setzungsmessungen nach einer Belastung von 20 Mio. Lasttonnen im Breitschwellengleis nur halb so groß wie im Referenzgleis sind. Die Gleislageveränderungen blieben bei mehreren Messungen sehr gering. Abgesehen von den Übergängen ist nach einer Gesamtbelastung von rund 150 Mio. Lasttonnen noch eine sehr hohe Abnutzungsreserve im Gleis vorhanden. Instandhaltungsarbeiten waren bislang nicht erforderlich. Selbstverständlich arbeiten wir weiter an der Optimierung des Systems – von der Schwellenherstellung bis zur Stopftechnik.  

Technische Daten BBS 1

Zulässige Achslast 25 to
Max. Geschwindigkeit 160 km/h
Betongüte C 50/60
Betonvolumen230 I
Gewicht (ohne Befestigung) 560 kg
Länge 2400 mm
Breite 570 mm
Schwellenhöhe 233 mm
Höhe Schienenauflagermitte 214 mm
Höhe Schwellenmitte 225 mm
Auflagerfläche (gesamt) 13670 cm²
Standard-Anwendungsfall Gleisschwelle

Zusatzinformationen

  • Überzeugende Ergebnisse 

    Auswertung der Gleislagestabilität nach rund 150 Mio. Lasttonnen (entspricht 8 Jahren Liegezeit).

    Auswertung der Gleislagestabilität nach rund 150 Mio. Lasttonnen (entspricht 8 Jahren Liegezeit).

  • Ein Gleis für starke Belastungen 

    Setzungsverlauf nach Belastung von 20 Mio. Lasttonnen.
    Vergleichende Messungen Breitschwellengleis BBS 1 - Referenzgleis B 70 W.

    Setzungsverlauf nach Belastung von 20 Mio. Lasttonnen.
    Vergleichende Messungen Breitschwellengleis BBS 1 - Referenzgleis B 70 W.